Mein sechstes Radrennen, 24 h Rad am Ring 01.-02.09.2012

die "Burning Men"
die "Burning Men"

Nach vielem Reden und einigen Vorbereitungstreffen fanden wir (Tibor, Stefan, Marco und Ich) uns tatsächlich am Ring ein. Wir hatten eine Parzelle im Fahrerlagerbereich mit der wir im Nachhinein doch sehr zufrieden waren. Tolle Nachbarn, nette Menschen!

Tibor und Stefan als Vorhut sind einige Stunden vor Marco und mir eingetroffen. An ein Aufbau des Pavillons war nicht zu denken, es stürmte bei sechs bis sieben Grad einen feinen Nieselregen auf uns. Zum Glück hat Marco einen Wohnwagen und wir hatten ihn dabei. Rein, Heizung an und das schlimmste für die Renntage befürchtend saßen wir bei einem Erdinger Hopfentee zusammen. Es stand jedem ins Gesicht geschrieben, dass an ein 24h Rennen unter diesen Umständen nicht zu denken war. Und wie so oft, eigentlich wie immer, wird die Frage an das eigene ich nach dem Sinn gestellt. Egal, um 0:00 Uhr ging es ins Bett. Am nächsten Morgen war zumindest der Sturm weg, dafür hatte sich Nebel eingefunden. Die Temperatur immer noch einstellig. Perfektes Radwetter sieht anders aus. Um 13:00 Uhr zum Start sah das doch ganz anders aus. Es war T-Shirt Wetter geworden, die Sonne schien, kein Wind ging – Perfekt!

Als erstes ging Stefan mit der restlichen 24h-Renner Meute auf die Reise. Der Transponder wurde in einer Trinkflasche verstaut und wie ein Staffelstab übergeben.  Der Fahrerwechsel erfolgte dann im Fahrerlager direkt an unserer Parzelle. Als Zweiter war Tibor an der Reihe, dann Marco und zuletzt Ich. Unsere Parzellennachbarn kannten wir mittlerweile auch schon. Durch unseren Internetzugang  schauten wir insgesamt für sechs Teams nach den gefahrenen Zeiten und den Platzierungen. Die Übergaben funktionierten fließend und so hatte sich das Ganze schnell zu Routine entwickelt.

 

Meine Ziele waren einfacher Natur, vier Runden fahren, keinmal schieben und den Topspeed von 95,7 km/h aus dem letzten Jahr erhöhen. Meine erste Runde begann ich nachmittags um 16:00 Uhr. Das war entspanntes Fahren, die Teilnehmer des 25 km Rennens waren durch, ein Großteil der 75 km Teilnehmer ebenso. Es lief gut, ich war schnell (bergab) und just vor der Topspeedpassage Fuchsröhre fiel mein Tacho aus. Na, tolle Wurst! Egal, es muss ja weiter gehen. Ab Breidscheid war das Vergnügen vorerst vorbei. Die Kette nach links und die Herausforderung Hohe Acht angegangen. Es ging langsam, aber stetig, und ab dem Gipfel macht das Radlerleben wieder Spaß. So eine geile Strecke. Wie hat Smudo das genannt? „Die Nordschleife ist heiliger Boden“ Ja!

Meine zweite Runde wurde in der Abenddämmerung bestritten. Nach dem Geschwindigkeitsrausch bis Breidscheid konnte ich mir diese außergewöhnliche Landschaft im Zwielicht ansehen.

Meine dritte Runde dann in der Nacht, bei Vollmond. Was war das denn? Gestartet zur Geisterstunde und dann auf dem Ring unterwegs, meine Fresse, arschkalt, 6°. Den Geschwindigkeitsrausch wieder voll ausgekostet, und das obwohl trotz starker Lampen es drumherum dunkel ist. Gefroren und dann bergauf sehr warm geworden. Geil!

Dann haben wir beschlossen, da es eine Vergnügungsveranstaltung für uns sein sollte, eine Pause für ein paar Stunden einzulegen.

Den Reigen am Morgen eröffnete dann unser Brocken. Ich denke es war gegen 6:00 Uhr. Ich hatte dann meine vierte und Schlussrunde um 9:00 Uhr. Die Sonne schien schon wieder und es war eine wirklich tolle Runde für mich. Zum vierten Mal die hohe Acht bestritten.

Zum Abschluss sind wir zu viert über die Ziellinie gerollt.

Beim Abbau dann habe ich mir fast einen Sonnenbrand eingefangen.

 

Was bleiben für Eindrücke? Was für eine Plackerei, welch ein Strecke, ein irrer Wetterwandel, ein tolles Team, Geschwindigkeitsrausch, viele Verrückte, Rennen bei Nacht und Vollmond ich muss verrückt sein, so schön. Ich würde es immer wieder mitmachen.

 

 

Mein fünftes Radrennen – Velodom, Rund um Köln, 09.04.2012

Ein neues Jahr, ein neues Rennen. Am Ostermontag jedes Jahr findet der Saisonstart des German Cycling Cups statt. Letztes Jahr war ich zu diesem Zeitpunkt durch mein gutes Wintertraining sehr fit und hatte mich geärgert nicht in Köln angetreten zu sein. Dieses Jahr sollte es anders sein, fast alles sollte anders sein.

Meine Vorbereitung, sprich Wintertraining, war sehr überschaubar geblieben. Also schon einmal eine ganz schlechte Voraussetzung für ein Rennen. Dann die Wettervorhersage verhieß nichts Gutes. Im letzten Jahr noch fantastisches Frühlingswetter, sollte es in diesem Jahr mehr herbstlich werden. Es war eher winterlich bei 8°C und Wind mit teils reichlich Regen. Nass war es von unten und von oben. Eine Konstante gab es dann doch, Marco war wieder mein Mitstreiter.

Abfahrt am Ostermontag war um 7:30 Uhr in Richtung Köln. Um halb neun waren wir dann im Parkhaus fast unterhalb der Start- Ziellinie – perfekt. Die Startnummernausgabe war gut organisiert und wir haben uns dann den Start der Jedermänner die die 128 km Strecke in Angriff genommen haben angesehen. Die Wartezeit im Regen verhieß nichts Gutes.

Dann gings in die Tiefgarage zur Vorbereitung. Meine Idee war erst das Fahrrad fahrfertig zu bereiten und dann mich anzuziehen, Startnummer an die Klamotten zu pinnen um dann loslegen zu können. Soweit die Theorie. Beim Aufpumpen des Hinterreifens fiel mir dann auf, dass das Ventil defekt war. Marco meinte es müsste noch gehen – leider war das ein Trugschluss. Der gewiefte Radler führt ja stets ein Notfallpack mit sich, also die Satteltasche ausgepackt und angefangen den Schlauch zu wechseln. Schade nur, dass ich einen, warum auch immer, 26(!) Zoll Schlauch in meiner Satteltasche seit zwei Jahren spazieren fuhr. Marco gab mir seinen und die Androhung der großen Schmerzen falls wir eine Panne hätten. Nebenbei bemerkt hatte ich mein Radl am Donnerstag vorher einer Revision unterzogen habe. Es wurden komplett neue Züge, eine neue Kette, eine neue Umwerferschelle und ein neuer Lenker montiert. An der Montagestange hatte alles funktioniert, aber ohne Testfahrt in ein Rennen zu starten ist eigentlich keine gute Idee.

Alles egal, wir standen erst einmal in einer Einfahrt zur Tiefgarage und wollten nicht schon vollkommen nass starten. Dort trafen wir vier Herren, man sagt wohl, im besten Alter, die mit Miele Rädern aus den Fünfzigern und einer wahrhaftigen Drei Gang Nabenschaltung starten wollten. Sie haben es getan! Wir sind dann eine gute halbe Stunde vor dem Start in unseren Startblock gerollt. Es nieselte nur ganz wenig.

Unser Ziel war ohne Sturz und weitere Pannen durch die 70 Kilometer zu kommen. Das haben wir erreicht. Mein Rad hat super funktioniert, schaltete butterweich und lief perfekt. Anders als ich selbst. Ich war nach ca. zwei Kilometern allein schon vom Spray der Vorausfahrenden nass, also so nass wie man im Schwimmbad ist. Allerdings sind dort sehr viel angenehmere Temperaturen vorherrschend.

Der erste Anstieg, der Scheuren, bestätigte meine Vermutung, dass keine Trainingsvorbereitung auch keine gute Idee war. Und der Scheuren ist nun wirklich kein Berg im eigentlichen Sinn. Eigentlich war bei mir bei jeder kleineren Steigung abkacken angesagt. Ich bin aber nie abgestiegen. Der Anstieg nach Dombach-Sander trifft mich unvorbereitet, erst eine ebene Strecke, dann links ab und hoch gings. Erst durch ein Waldstück und dann in den Ort mit einigen Kurven. Die Zuschauer an der Stelle waren fantastisch in ihrem Bemühen uns dort hoch zu jubeln. Hier schoben schon einige. Also auch mit ganz dicken Beinen kurz aus dem Sattel und posen. Der dritte und von uns am meisten gefürchtete Anstieg ging dann hoch zum Schloss Bensberg mit 200 Metern Kopfsteinpflaster und 11% Steigung. Ein rutschiger Slalom um langsamere und schiebende Mitstreiter mit gleichzeitigem Aufpassen auf die Schnelleren. Dann noch die letzten 20 Kilometer leicht abfallend zurück nach Köln. Meine Beine nahm ich nur noch optisch war, gefühlt habe ich sie nur noch wenn plötzlich gar nichts mehr ging. Die Zieleinfahrt war eine nasse Erlösung. Aber Bilder sagen oft mehr als Worte!

Danach haben wir sofort den Transponder zurückgegeben und sind nach Hause gefahren. Zurück in Eschweiler haben wir uns noch einen Big King XXL gegönnt. Man, hatten wir Hunger.

Das Ergebnis? Niederschmetternder 903ter von 1344 Startern, in meiner Alterklasse immerhin 328ter. Marco wurde 901ter.

Das Fazit? An Ostermontag fahre ich nur noch Rennen wenn das Wetter gut werden soll, ich trainiert habe und wenn eine kurzfristige Anmeldung möglich ist.

 

 

mein viertes Radrennen – Münsterland Giro 03.10.2011

die "Vorbereitung" (mit link zum Video der Startphase)
die "Vorbereitung" (mit link zum Video der Startphase)

Diesmal fuhren nur zwei-Drittel unserer Familie nach Münster, Hannah und Ich. Plus, natürlich, Marco und seine Familie. Marco hatte wieder seinen mittlerweile bewährten Wohnwagen am Start und wir haben uns bei meiner Cousine eingezeckt. Am Sonntag vor dem Rennen haben wir uns gegen
Mittag getroffen und sind dann kollektiv bei bestem Wetter zum Aasee gewandert. Hannah wollte unbedingt in dem Schwantretboot fahren. Leider funktionierte das nicht, so dass Marco, Kim, Hannah und Ich uns ein Vierertretboot gemietet haben. Darauf haben wir dann unsere letzte Trainingseinheit absolviert ;-)
Nach einem sehr ausgiebigen Abendessen trennten sich unsere Wege, Marco und Anhang zum Campingplatz, Hannah und ich zu meiner Cousine auf die Matratze.
Der Morgen kam unvermittelt schnell. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatte ich geschlafen. Marco kam und wir haben noch schnell Trinkflaschen gefüllt, Reifen aufgepumpt und sind losgefahren. Den Weg zum Start hatte ich mir auf einem Plan angesehen, aber leider sieht die Wirklichkeit anders aus. Nach einem Verfahrer und der Ansage von Marco, dass in 10 Minuten der Start sei stieg mein Adrenalinpegel merklich. Der Weg zum Start war dann auch noch länger als gedacht, aber fünf Minuten vor dem Start standen wir dann schon in der Startaufstellung. Aber was nützt dir Startblock Eins wenn du da dann hinten stehst.
Start! Danach ging es erst einmal daran uns um einige Plätze nach vorne zu fahren. Das Profil sah ungefähr so flach aus wie mein Schreibtisch. Nach dem ersten Viertel des Rennens hatten wir uns dann in einer vorderen Gruppe eingefunden und dort auch Führungsarbeit geleistet, immer die erste Gruppe in Sichtweite. Aber das Loch haben wir nicht mehr zufahren können.
Gegen Ende des Rennens sind wir in unserer Gruppe hinten gewesen und kurz vor Münster trafen dann immer mehr Radler aus den anderen Renngruppen aufeinander. Das war teilweise sehr eng und auch dadurch teils gefährlich. Ein nach vorne fahren war nicht mehr möglich oder wir hätten ziemlich rücksichtslos sein müssen. Das entspricht aber nicht unserem Naturell. Die Zieldurchfahrt erfolgte dann in großer Gruppe und war unspektakulär. Niemand  sprintete und wir gingen in der Gruppe unter. Ein Zielfoto gibt es daher leider nicht.
Nach dem Duschen haben wir uns noch eine Portion Nudeln gegönnt und sind dann gegen Nachmittag wieder nach Hause gefahren.
Das war unser Saisonabschluss. Die Planungen für nächstes Jahr laufen schon. Die Anmeldung zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring ist bereits gemacht. Jetzt muss noch fleißig über den Winter auf der Rolle trainiert werden.

 

 

 

mein drittes Radrennen – Rad am Ring 20.08.2011

Und wieder an alter Stelle angekommen. Diesmal war die Planung etwas umfangreicher, Freund und Mitstreiter Marco hat jetzt einen Wohnwagen, so dass wir nicht am selben Tage wieder zurückfahren mussten. Wir sind also am Samstag um acht Uhr in Begleitung von Marcos Frau Heike hier in Eschweiler gestartet und waren dann um ca. Zehn Uhr vor Ort, hatten einen ruhigen Platz für den Wohnwagen gefunden und begaben uns zur Einschreibung in den Ringboulevard. Das ganze ist perfekt organisiert und ging sehr schnell über die Bühne. Danach sind wir noch schnell bei einem anderen Freund, Stefan, vorbeigeschneit der mit einem Kölner Team die 24h bestritt. Die Stelle der Flaschenübergabe am Anfang der Start- und Zielgeraden haben wir dann noch besprochen und uns zum Umziehen zum Wohnwagen zurückbegeben. Um zehn vor eins standen wir dann auch schon in der Startaufstellung. Habe ich erwähnt, dass Marcos Tacho die Temperatur messen kann. Es standen 41° zu Buche! Es war besprochen, dass wir das Ganze als Genussfahrt betrachten wollten und haben uns nach erfolgtem Start erst einmal auf der Grand Prix Strecke hinten eingereiht. Die Zeitmessung erfolgt eh über Transponder und wird individuell ermittelt, da ist es dann auch egal ob du als Letzter startest oder als Erster. Dann begann der Rausch der Abfahrt. Ganz besonders natürlich ist hier die Fuchsröhre zu erwähnen. Dort erreichte ich dann auch direkt bei der ersten Runde mein erstes Ziel: Über 90 km/h zu fahren. Am Ende hatte ich als Höchsttempo 95,6 km/h erreicht. Ab der Breidscheider Brücke beginnt dann der Anstieg zur Hohen Acht. Hier war mein zweites Ziel: nicht absteigen. Und auch das Ziel habe ich in allen drei Runden erreicht. Heike stand immer an der besprochenen Stelle parat und hat uns volle Trinkflaschen und Riegel gereicht. Perfekt! Dann war das Ganze auch schon wieder vorbei. Eine Nettozeit von drei Stunden vier Minuten habe ich erreicht. Damit bin ich voll auf Zufrieden. Es hätte eine Zeit unter drei Stunden werden können, aber die Kraft hat nicht ganz gereicht.

Danach haben wir noch Freunde aus E’weiler am Ende der Boxengasse getroffen und lange mit denen an den Wasserzapfsäulen gestanden. Einen solchen Sonnenbrand wie ich hier bekommen hatte brauche ich nie wieder. Abends gab es als Betthupferl noch einige Warsteiner .

Am nächsten Morgen gab es erst einmal Frühstück in der Boxengasse (Danke für den echt geilen Kaffee!). Dann haben wir unsere Sachen gepackt und sind zum Brünnchen gefahren um von dort die Hohe Acht zu Fuß von der anderen Seite zu erklimmen. Heike kannte die Steigung nur von unseren Erzählungen und wollte sich selbst ein Bild machen. Hier konnten wir sogar noch Stefan bei seiner letzten Runde anfeuern. Dann ging es endlich nach Hause.

 

Und nun noch ein Fazit: alle persönlichen Ziele erreicht, nicht abgestiegen, meine Vmax auf über 90 erhöht und angekommen. Die Organisation des ganzen war nahezu nicht zu kritisieren, so dass wir für nächstes Jahr die 24h in Auge fassen.

 

Galerie: http://altius-citius-fortius.jimdo.com/galerie/

mein erster Pass - 10.06.2011

Der Urlaub (06.2011) am Bodensee sollte unter anderem zu meiner ersten Passüberquerung dienen. Nach einigem Suchen habe ich mich für den Riedbergpass im Oberallgäu entschieden. Das ist immerhin die höchste Passstraße Deutschlands. Somit hätte ich einen Superlativ in meiner Vita. Ich hatte mir eine Runde mit Immenstadt als Start- und Zielort ausgedacht. Von Immenstadt Richtung Fischen sind es ungefähr 20 flache Kilometer zum Warmfahren. Von Fischen aus ging es dann auf den Riedbergpass. Soweit die Theorie. Meinen Wegeplan hatte ich leider vergessen mitzunehmen, von daher erfolgte alles aus dem Gedächtnis heraus. Zwei Mal wäre ich fast auf einer Schnellstraße gelandet. So habe ich mich langsam bis Fischen durchgefragt. Die ersten Kilometer des Passes sind recht moderat mit Steigungen bis 6%. Alles easy denkt der geneigte Radler, dann kam das Schild mit der 16% für die nächsten 4km. Ab da war das Vergnügen auf Seiten des Berges. Mittendrin dann noch eine Baustelle mit Ampelregelung. Die Herausforderung bei 16% wieder in die Pedale einzuklicken ist mir erst nach einigen Anläufen gelungen. Die Bauarbeiter hatten ein tolles Schauspiel und ich schlussendlich den Applaus. Nach der Baustelle wurde die Strecke etwas flacher, hatte aber immer noch 10 bis 12% Steigung. Dann bist du auf einmal oben, ganz unvermittelt biegst du um eine kleine Rechtskurve und alles ist vorbei, weil vor dir das Schild mit der Höhenangabe des Riedbergpasses steht. Ich hatte mich gewundert, warum ich meinen Atem sah. Ein Autofahrer sagte mir, es sei 9°C! Bei der folgenden Abfahrt habe ich mir Duelle mit einem MG, einem Porsche 928 und einem Porsche 911 geliefert. Das waren aber historische Fahrzeuge und der MG hat die Porsches ordentlich eingebremst. Aber ich hätte überholen können… Danach war es eine Genussfahrt durch die wunderschöne Alblandschaft. In Oberstaufen geht es noch einmal ein bisschen nach oben und danach flach weiter nach Immenstadt zurück. Wie immer bei Alleinfahrten, man kann den Triumph nicht teilen. Die zu Hause Gebliebenen haben da irgendwie kein Verständnis für meine Euphorie. Vielleicht wird der nächste Pass in Gesellschaft gefahren.

Hier ist die Runde: http://www.bikemap.net/route/962277

 

 

Geschafft! Der Pass und Ich.
Geschafft! Der Pass und Ich.

mein zweites Radrennen - Münsterland Giro 03.10.2010

Ziel
Ziel

Warum fahre ich Radrennen? Dieser Virus hatte mich bei meinem Debut am Ring infiziert. Es gibt einige Momente die ich so geil fand, dass ich das wiedererleben wollte. Das sind die Aufregung in der Startaufstellung, der Adrenalinstoß beim Start und natürlich die Erleichterung bei der Zieldurchfahrt. Wiederholen sollte sich die Schmach des Absteigens nicht.

Es hatte sich dann schnell herausgestellt, dass ich diesmal nicht alleine fahren würde. Mein Freund Marco wollte auch Rennen fahren, wir hatten uns für sein erstes Rennen die kürzeste Distanz von 55 km ausgesucht. Nach unserer Anmeldung hatten unsere Familien auch Interesse bekundet und wollten mit. Wir sind also einen Tag vor dem Rennen mit der ganzen Bagage in einem Ford Transit nach Münster gefahren und haben uns bei meiner Cousine eingenistet. Das Einschreiben in der Uni von Münster hatten wir dann noch erledigt. Sehr positiv sind uns die gutgelaunten Helfer aufgefallen. Abends noch eine große Portion Nudeln und die Nacht vor Aufregung mit Wachliegen rumgebracht.

Am Morgen haben wir dann um neun Uhr das Haus verlassen. Ein dürftiges Frühstück im Magen aber frohen Mutes. Vor der Startaufstellung war eine Straße gesperrt und wir haben uns versucht ein bisschen warmzufahren. Leider vergebens, die Strecke war zu kurz, es war noch kühl und bedeckt und wir haben dann zu lange im Startblock warten müssen.

Endlich wieder die Aufregung vor dem Start, das Warten, eigentlich soll es endlich losgehen. Man fühlt sich fast wie ein Rennpferd in der Start Box. Startschuss und los geht’s. Das war völlig anders als am Ring. Dort haben sich die Fahrer schnell verteilt und jeder hatte Platz ohne Ende, hier war Pulk fahren angesagt. So wie bei den Profis, wie bei der Tour. Allerdings ist das fahren auch sehr nervös, Schulter an Schulter und Rad an Rad hast du echt keinen Spielraum für Fehler. Als Marco und ich bei der Führungsarbeit in unserer Gruppe waren hatten wir auf einmal ein Loch gerissen und wir waren zu zweit 100m vor dem Peloton, ein unglaubliches Gefühl. 500m vor uns war die nächste Gruppe, also haben wir das in Angriff genommen und die Lücke geschlossen. Erst einmal ausruhen und Hinterräder lutschen. Dann kam die erste Ortsdurchfahrt, ich glaube das war Havixbeck, und schon wieder erwartete uns etwas Neues. Da standen unzählige Menschen am Straßenrand und haben UNS zugejubelt, unfassbar. Über die Baumberge ging es ganz gut, auch hier konnten wir Plätze gutmachen. Nach den Baumbergen zurück nach Münster hatte sich eine, für unsere Verhältnisse, Pfeilschnelle Gruppe formiert. Aber wir konnten mithalten und auch mal Vorne Führungsarbeit leisten. Aber da war kein „Wir“ mehr. Marco war weg! Wir hatten uns als Vorgabe gegeben, dieses Rennen zusammen zu fahren und zusammen ins Ziel zu kommen. Ich habe dann das Tempo rausgenommen und bin ganz langsam gerollt. Was geht einem nicht alles durch den Kopf? Ist er gestürzt? War er vor mir und ich warte vergebens? Kurz nach dem Ortseingang Münster tauchte Marco ziemlich abgekämpft auf. Er hatte meinen Zug verpasst und war in einer hinteren Gruppe. Das Zufahren der Lücke hatte nicht funktioniert und hatte alle restlichen Körner gekostet, egal.

Zieldurchfahrt – jubelnde Menschenmassen, und dazwischen unsere Familien, die wir auch sofort entdeckten.

Danach sind wir Duschen gegangen, es muss ja Vorteile haben wenn es Verwandtschaft in Münster gibt. Wir sind dann noch bei herrlichstem Wetter über den Schlossplatz flaniert und haben uns alle Aussteller angesehen. Zum Schluss musste wir noch unsere Platzierungen herausfinden: Gesamt 227 und Alterklasse 79.

Nächstes Jahr wieder!

Vorher
Vorher
Während
Während

mein erstes Radrennen – Rad am Ring 21.08.2010

Startaufstellung
Startaufstellung

Mein erstes Radrennen – Rad am Ring 21.08.2010

Ich hatte mich entschlossen ein Radrennen zu fahren. Mittlerweile hatte ich mein neues Rennrad eingefahren und wir sind zu einer Einheit geworden. Leider konnte keiner meiner Freunde mitkommen, so dass ich dachte, dann eben allein. Nach der erfolgten Anmeldung war mir dann doch mulmig, zwar hatte ich mich nur für eine Runde angemeldet, aber die Nordschleife ist sogar dann noch Respekteinflößend.

Der Tag kam und ich machte mich alleine auf den Weg zum Ring. Das sind 100km schöne Straßen durch die Eifel. Dort angekommen bin ich erst einmal in den ring°boulevard und die Unterlagen abholen. Das Ganze ist gut organisiert, ich habe mich direkt zurechtgefunden. Danach gings zurück zum Auto, umziehen, pumpen, Flaschen füllen, Schilder und Transponder anbringen und dann ab auf die Strecke zum warmfahren. Irgendwann erfolgte dann die Startaufstellung in mehreren Blöcken. Vor uns waren die die drei und sechs Runden fuhren, hinter uns standen die 24h-Rennen Teilnehmer. Die vorderen Blöcke gingen auf die Reise und wir mussten zur Startlinie vorrollen. Rudi Altig schickte uns dann auf die Reise und los ging‘s. Am Anfang hatte ich überpaced und war schon schlapp bei der Einfahrt von der Grand Prix Strecke auf die Nordschleife. Was für ein Geschwindigkeitsrausch bis Breidscheid, dem tiefsten Punkt der Strecke. In der Fuchsröhre habe ich dann meinen bisherigen Geschwindigkeitsrekord mit 79,5 km/h aufgestellt. Von Breidscheid aus geht die Strecke dann steil bergauf bis zum Karussell. Dort ist es eine kurze Strecke flach bis es dann auf die Steilstrecke zur hohen Acht hochgeht. Mein Gott, ich dachte ich komme alle Hügel der Eifel hoch – ich habe geschoben…

Auf der hohen Acht ist die Verpflegungsstelle und ich bin sicher, dass es dort Sauerstoffzelte und mehrere Defibrillatoren gibt auch wenn die nicht zu sehen waren. Von dort aus ist es dann ein Genussradeln über sanfte Wellen bis zur Döttinger Höhe und dem Schlussanstieg wieder auf die Grand Prix Strecke und zu meinem Zieleinlauf.

Das war es schon? Dachte ich mir? Ich habe dann noch die Grand Prix Strecke als Auslaufrunde absolviert und bin dann in den ring°boulevard um mein Ergebnis herauszufinden. Ich bin 24ter Gesamt und 6ter meiner Altersklasse. Das übertraf meine kühnsten Erwartungen. 2011 werde ich wieder mit dabei sein und dann drei Runden in Angriff nehmen.

In der Auslaufrunde
In der Auslaufrunde